Geschichtliches

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Der Schürerplatz auf einer „Correspondenz-Karte“ der Apothekerfamilie Böttcher um 1900 (Foto Saska, Krems)

Zur Geschichte der Engel-Apotheke Stein

Die Apotheke zum Engel wurde 1783 vom „geprüften Landschaftsapotheker“ Karl Kreidl aus Horn gegründet; es war die Regierungszeit von Kaiser Josef II (1780-1790). Auch damals erfolgte die Apothekenneugründung unter dem Schlagwort der besseren Nahversorgung – im konkreten Fall der Steiner Bevölkerung, die sonst weiterhin auf die Beschaffung der benötigten Arzneien aus Krems, wo es zwei Apotheken gab, oder aus der Privatapotheke in Stift Göttweig, angewiesen gewesen wäre. Weitere Apotheken gab es in Langenlois, Zwettl, Melk und St. Pölten. Sehr bald wurde die Steiner Apotheke mit der Arzneimittelversorgung des Armenhauses und des Strafgefangenenhauses in Stein beauftragt.

Die gewählte Bezeichnung „Apotheke zum Engel“ und die Betriebsstätte am Schürerplatz (Steiner Landstraße 80) sind übrigens bis heute unverändert geblieben.

Unter den Nachfolgern von Karl Kreidl ist besonders Dr. Anton Wißgott zu nennen, der zur Zeit der französischen Besetzung von 1809 auch Bürgermeister von Stein und ab 1827 Bürgermeister der beiden Städte Krems und Stein war.

Es folgten mehrere Apotheker, denen allesamt nur ein kurzes Leben vergönnt war.

Ab 1864 gelangte die Apotheke in den Besitz der Familie Böttcher aus Dresden, deren erster Vertreter, Mr. ph. Friedrich Moritz, die Leitung bis 1900 innehatte. Sein Sohn Mr. ph. Moritz Franz führte die Apotheke durch die Wirren des ersten Weltkrieges, er starb 1918.

Es folgten Verpachtungen, ehe das Geschwisterpaar Mr. pharm. Elisabeth und Mr. pharm. Friedrich Böttcher, beide Kinder von Moritz Franz, ab 1935 die Apotheke wieder im Familienverband weiter führte.

1969, also mehr als 100 Jahre nach der Übernahme der Apotheke durch die Familie Böttcher, kommt es zur Verpachtung an den aus Wien stammenden Apotheker Mag. pharm. Walter Riedl. 1974 wird er Konzessionär und leitet unter treuer Begleitung durch seine Frau Mag. pharm. Maria Riedl die Geschicke des Betriebes über 30 Jahre lang.

Unter anderem erfolgt in den frühen 80-er Jahren die Generalsanierung des Apothekenhauses und die Modernisierung der Apothekenbetriebsräume (Architekt Dipl. Ing. Albert Gattermann).

Seit 1988 wird in Mautern eine Filialapotheke geführt.

Per Juli 2005 kommt es zur Übergabe der Konzession und Leitung an den Sohn Mag. pharm. Dr. rer. nat. Thomas Riedl.

Am Kernauftrag der Apotheke zum Engel, nämlich der Versorgung der Bevölkerung von Stein und Umgebung mit Arzneimitteln, hat sich seit der Gründung des Betriebes nichts Wesentliches geändert.

Den öffentlichen Auftrag zur Versorgung der Strafvollzugsanstalt Stein gibt es hingegen nicht mehr, wohl aber werden Altenheime mit Arzneien und Dienstleistungen betreut.

Unter Ausschöpfung aller apothekerlichen Dienstleistungen, mit Gewissenhaftigkeit, Einsatzbereitschaft und Freundlichkeit versuchen wir unserem Motto gerecht zu werden: Die beste Kremser Apotheke soll in Stein zu finden sein. Es gereicht uns zur Freude, wenn Sie zufrieden nach einem Einkauf oder Besuch bei uns diesen Anspruch bestätigen können.

In den Sommermonaten 2014 wird in Mautern mit den Bauarbeiten für eine Betriebsstättenverlegung der Filialapotheke begonnen.

Wenn Sie mehr über die Geschichte der Apotheke zum Engel und des Stadtteiles Stein erfahren möchten, hier einige Quellen:

  • Otto Nowak, Hrsg., Stein an der Donau – Heimatkundliche Beiträge, Heft 1, Mai 1946, Beitrag von Dr. Heinrich Rauscher, Seite 37-38, Verlag Buchdruckerei Stein, Eichhorn.
  • Herwig Schöber, Hrsg., Krems-Stein-Mautern 1860-1930, Album, Verlag für Photographie, H. Seemann und Chr. Lunzer OEG, Wien 1955, ISBN 3-85164-034-3.
  • Dr. Kurt Ryslavy, Die Apotheken Niederösterreichs, Verlag Niederösterreichisches Pressehaus St. Pölten-Wien, Hefte 70/71/72, Seite 36-37, 1. Auflage 1983, ISBN 3 85326-550-2.
  • Fritz Mayer, Die Stadt Stein und ihre geschichtliche Entwicklung, Seite 101-102, Malek Druck Krems, 2000, ISBN 3-901207-27-9.

Fassadenrenovierung_2011

Alljährlich präsentiert sich das Apothekenhaus im prächtigen Blumenschmuck (Aufnahme nach der Fassadenrenovierung im Sommer 2011). Der Schürerplatz und die Umgebung der Apotheke bieten nach wie vor bequeme Parkmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass Sie sich in einer so genannten blauen Zone befinden, in der Sie aber an Werktagen tagsüber drei Stunden lang kostenlos parken dürfen. Sie müssen aber Ihre Ankunftszeit mittels Parkuhr anzeigen. Beabsichtigen Sie ihr Fahrzeug länger als drei Stunden abzustellen, benötigen Sie Parkscheine, die Sie in der Trafik am Schürerplatz kaufen können. Beachten Sie bitte die gültigen Tarifbestimmungen der Stadt Krems.